Das 50 Euro-Zubehör im Praxistest
Plantronics Gamecom 780: 7.1.-Headset für Gamer

Mit dem Gamecom 780 möchte Plantronics Spieler begeistern. Und tatsächlich: Das Gaming-Headset besitzt allerlei Vorzüge – und das zu einem angemessenem Preis.

Das Gamecom 780 sieht vielleicht etwas wuchtig aus, sitzt aber sehr gut auf dem Kopf. (Foto: Plantronics)

Das Gamecom 780 sieht vielleicht etwas wuchtig aus, sitzt aber sehr gut auf dem Kopf. (Foto: Plantronics)

Auf den ersten Blick ist das Gamecom 780 eigentlich ein normaler Kopfhörer mit den typischen technischen Daten. Verbaut wurden zwei Lautsprecher mit einem Durchmesser von jeweils 40mm. Der Frequenzbereich liegt bei üblichen 20 Hz bis 20kHz. Ein Mikrofon (100Hz bis 8kHz) darf natürlich nicht fehlen, ist dieses zum Spielen zum Beispiel von Online-Titeln oder zum Telefonieren via Internet zwingend erforderlich. Angeschlossen wird das Gerät via USB, die Kabellänge liegt bei üppigen zwei Metern.

Besonderheiten?

Und wo ist nun der Kick? Ganz einfach: Das Gamecom 780 simuliert einen Surround-Sound mit den zwei Speakern. Möglich macht dies die mitglieferte Software in Kombination mit dem Dolby Pro Logic IIx – Standard. Bei unseren Tests, unter anderem mit den Actionkrachern „Crysis“, „Just Cause 2“ und „Saints Row: The Third“, überrascht das Zubehör durchaus. Man hat an vielen Stellen das Gefühl, als käme in der Tat etwas aus vermeintlich „hinteren Boxen“, eine akustisch räumliche Tiefe wird also auf jeden Fall erzielt. Allerdings, und das dürfte nicht wirklich überraschen, ist die genaue Ortung unter anderem von Explosionen oder herannahenden Flugzeugen nicht möglich. Doch seien wir ehrlich: Es wäre wohl auch ein Kunststück gewesen, hätte hier das Gamecom 780 das Gehirn austricksen können. Die Resultate sind zwar nicht überwältigend, aber zufriedenstellend und gerade in manchen Spielmomenten sehr der Atmosphäre förderlich.

Die Unterschiede zwischen diesem Software/Hardware-Surround und dem normalen Stereo sind dank der Treiber-Software jederzeit feststellbar. Bei der Standard-Ausgabe wirken sogar die Höhen und Bässe ein weniger knackiger als unter 7.1. Wer also nicht zwangsläufig vermeintliche Geräusche „von hinten“ benötigt, kann diese auch deaktivieren und mit Stereoklang seine Ohren verwöhnen lassen.

Weitere Merkmale  und Auffälligkeiten

Das Mikrofon lässt sich freilich verstellen und quasi einklappen. (Foto: Plantronics)

Das Mikrofon lässt sich freilich verstellen und quasi einklappen. (Foto: Plantronics)

Weiterhin gefällt das Gamecom 780 durch eine sehr gute Verarbeitung. Die Gelenke sind veränderbar, sodass man das Headset auf Wunsch flach zusammenlegen kann. Direkt am Kopfhörer befinden sich Lautstärkeregler und die Option, das Mikrofon abzuschalten. Genauso darf man jederzeit Surround am linken Speaker auf Knopfdruck deaktivieren. Das ist sinnvoll, schließlich wird dieses nicht immer benötigt. Übrigens ist die Spracheingabe überzeugend, Hintergrundgeräusche werden weitgehend ausgeblendet. Aufgefallen sind marginale, im Normalbetrieb kaum auffällige Aspekte: Bewegt man etwas zu hektisch den Kopf, dann nimmt dies das Mikrofon wahr. Und ein permanentes Rauschen, wenn das Gamecom 780 nicht verwendet wird, ist unüberhörbar. In der Praxis hat dies keine negativen Konsequenzen!

Ansonsten kann über das Gamecom 780 kaum genörgelt werden. Die Software ist ausgereift, die Kopfhörer sitzen sehr gut und bequem auf dem Kopf. Hinzu gesellen sich praktische Elemente wie die Rausch- und Echo- Unterdrückung am Mikrofon, die auch sofort wahrnehmbar sind. Der 7.1-Surroundeffekt ist nicht so beeindruckend, wie man denken mag, alles in allem ist der Raumeffekt aber gut. Bei Stereo-Signalen lässt das Gamecom 780 jedoch richtig die Muskeln spielen. Wer ein sehr wertiges Gaming-Headset für an die 50 Euro sucht – hier wird man fündig und zufrieden sein. Ein großes Lob verdient sich die allgemeine Verarbeitung, auch wenn die losen Kabel von den Ohrmuscheln zum Bügel wohl Geschmackssache sind.

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